Land of Samurai - Yayoi-Zeit

Yayoi-Zeit

Genau wie die Jōmon-Zeit hat auch die Yayoi-Zeit, wie die Periode zwischen 300 v. Chr. und 300 n. Chr. bezeichnet wird, ihren Namen durch Keramikfunde erhalten. Namensgeber war in diesem Fall der Fundort: Der Stadttteil Yayoi des heutigen Tōkyō. Diese neue Keramik zeichnet sich durch eine größere Festigkeit aus, da sie bei höheren Temperaturen gebrannt wurde als die der Jōmon-Zeit.

Die Jomōn-Kultur wurde vermutlich durch einen Einwandererstrom vom Festland (v.a. Korea) verdrängt, konnte sich jedoch an einzelnen Orten noch eine Weile parallel zur Yayoi-Kultur halten. Die Einwanderer brachten neue Techniken nach Japan und sorgten für einen schnellen kulturellen Fortschritt. Die Yayoi-Kultur ist demnach keine direkte Weiterentwicklung der Jōmon-Kultur1).

In der Yayoi-Zeit entstanden die ersten Formen von Bewässerung, was den Anbau von Reis ermöglichte. Der allmähliche Ausbau der Bewässerungsanlagen machte die Weiterentwicklung der sozialen Gemeinschaften der Bauern notwendig, die Siedlungen wurden größer, die Bevölkerungszahl stieg. Es entwickelten sich größer werdende Clan-Systeme, erste Kriege wurden zur Eroberung fremder Gebiete geführt.

Die Einwanderer vom Festland brachten außerdem die Kunst der Metallverarbeitung nach Japan, verwendet wurde vor allem Eisen. Die Gesellschaftstruktur der Yayoi-Zeit war patriarchalisch und in verschiedene Stände gegliedert.

Nachgewiesen werden konnten für die Yayoi-Zeit recht intensive Kontakte zu China. Dies zeigt sich in Funden von Gegenständen chinesischer Herkunft, sowie im Auftauchen japanischer Herrscher und ihren Staaten in chinesischen Chroniken. Das han-shu2) berichtet von 100 Staaten auf den japanischen Inseln, von denen einige enge Verbindungen mit China unterhielten3).

Um das Jahr 0 westlicher Zeitrechnung lassen sich auf der japanischen Hauptinsel Kyushu erste staatsähnliche Strukturen bzw. Fürstentümer nachweisen. Kontakte zum chinesischen Festland sind für das Jahr 57 n. Chr. belegt.4)

1) Vgl. Dettmer: Grundzüge, S. 16.
2) Auch Hàn Shū, chinesische Chronik aus der Zeit der frühen Han-Dynastie.
3) Siehe Dettmer, Grundzüge, S. 17.
4) Martin Krieger: Geschichte Asiens, Köln Weimar Wien 2003, Band 1, Seite 186 bzw. 196.